Im Projekt TeleMentoring übernehmen ehrenamtliche Mentoren Job-Patenschaften via
Internet und unterstützen benachteiligte Jugendliche bei ihrer Berufsorientierung.
Mit diesem TeleMentoring-Projektdurchlauf knüpft der Auftraggeber, das Arbeitsministerium
NRW, an den Erfolg der im letzten Jahr abgeschlossenen Piloten an.
In nicht-kommerziellen Internetcafés sowie in Qualifizierungsmaßnahmen verschiedener Bildungsträger in NRW
finden die Jugendlichen die notwendige Infrastruktur (d.h. kostenlose Nutzung
von PCs mit Internetanschluss, Vor-Ort-Betreuung durch Jugendbetreuer), um sich
am TeleMentoring-Projekt beteiligen zu können. Zielgruppe des Projektes TeleMentoring
sind arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Jugendliche im Alter von
16 bis 24 Jahren. Für die Umsetzung des Projekts und dessen Erfolg ist vor allem
auch die Unterstützung durch die örtlichen Jugendbetreuer wichtig. Sie gewähren
Hilfe bei technischen, inhaltlichen und psycho-sozialen Fragen und sorgen für
das nötige Feedback zum Projektteam.
Die Erfahrungen aus den Pilotprojekten zeigen, dass durch TeleMentoring vor
allem Motivation und Selbstwertgefühl der Jugendlichen aufgebaut und gestärkt
werden. Die Kombination von individueller Hilfestellung und praktischen Tipps
zur Berufsorientierung wird von den jungen Arbeitslosen gerne angenommen. TeleMentoring
bietet die Möglichkeit des persönlichen sozialen Engagements und trägt zu einem
Dialog der Generationen bei. Das Internet und der Erfahrungsaustausch per eMail
fördern den vorurteilsfreien Umgang miteinander. Neben den technischen werden
insbesondere auch soziale Kompetenzen der Teilnehmer trainiert. Anders als traditionelle
Mentoring-Programme ist TeleMentoring durch die Nutzung der Neuen Medien und
ihrer Kommunikationswege unabhängig von Zeit und Raum. Stattdessen werden die
Potenziale des Internets als Austauschmedium genutzt.
Zwischen November 1999 und April 2002 haben sich 281 Jugendliche und 270 Mentorinnen
und Mentoren im TeleMentoring angemeldet. Inzwischen konnten über 260 TeleMentoring-Paare
gebildet werden. Aktuell nehmen 136 arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte
Jugendliche am TeleMentoring-Projekt teil. 135 jugendliche Teilnehmer stehen
bereits in einem eMail-Dialog mit ihrem Mentor/ihrer Mentorin. Die Zahl der
ehrenamtlich tätigen eMail-Paten liegt zur Zeit bei 202. Da der Großteil der
teilnehmenden Mentoren Mehrfachbetreuungen anbietet sind mehr als 540 eMail-Dialoge
möglich.
Das Projekt arbeitet inzwischen mit 33 Kooperationspartnern zusammen, welche
an 44 Standorten vertreten sind. Die Standorte sind in ganz NRW verstreut. Zur
Zeit sind insbesondere die Ballungszentren mit zahlreichen Internetcafés und
Bildungseinrichtungen vertreten. Um auch außerhalb dieser Ballungszentren mit
dem Projekt präsent zu sein und Jugendlichen die Teilnahme zu ermöglichen, wirbt
das Projektbüro zur Zeit insbesondere in den ländlichen Regionen neue Kooperationspartner
an.
TeleMentoring wird von der ecmc Europäisches Zentrum für Medienkompetenz GmbH
in Marl organisiert und koordiniert. Das Projektbüro ist Ansprechpartner für
Teilnehmer, Kooperationspartner und Interessierte. TeleMentoring versteht sich
als ergänzende Maßnahme der professionellen Berufsberatung seitens der Arbeitsämter.
Das Projekt wird gefördert mit Mitteln des Landes NRW und der Europäischen Union.