Fünf Jahre lang führte die ecmc Europäisches Zentrum für Medienkompetenz GmbH im Auftrag des Arbeitsministeriums NRW erfolgreich das Modellprojekt TeleMentoring durch. Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Jugendliche aus NRW erhielten die Möglichkeit, über eMail-Patenschaften mit Berufstätigen Einblicke in die Berufspraxis zu bekommen. TeleMentoring diente als ergänzende Maßnahme der professionellen Berufsberatung insbesondere der Berufsorientierung und Berufswunschfestigung dieser Jugendlichen. Durch die eMail-Korrespondenz wurde ebenfalls die Medienkompetenz der Beteiligten gefördert.
Der Startschuss fiel am 1. Mai 1999 mit der Beauftragung der Durchführung dieses neuartigen und einmaligen Projektes. Um zu testen, ob das Instrument TeleMentoring für die Förderung der Berufsorientierung jugendlicher Arbeitsloser geeignet ist, wurde das Verfahren zunächst in kleiner Runde getestet. Sechs Kooperationspartner stellten Jugendlichen die technische Infrastruktur zur Teilnahme kostenlos zur Verfügung und betreuten die Jugendlichen vor Ort. Bereits zu Beginn fanden sich knapp 80 interessierte Teilnehmer(innen). Das Projektbüro erweiterte stetig die Mentor(inn)en-Datenbank und stand allen Beteiligten Rat gebend zur Seite. Neben dem positiven Feedback im Projektalltag bestätigte auch die erste Abschlussbefragung das positive Urteil zum Projekt. Die Jugendlichen empfanden TeleMentoring als sinnvolle und stärkende Unterstützung, die Mentor(inn)en hatten viel Freude an der ehrenamtlichen Arbeit. Die kooperierenden Einrichtungen betrachteten das Projekt als gute Ergänzung zu den Angeboten vor Ort.
An den erfolgreichen ersten TeleMentoring-Probelauf schlossen sich weitere Projektphasen an. Anhand der gesammelten Erfahrungen wurde das Projekt dabei stetig weiterentwickelt und modifiziert. Das Anmeldeverfahren wurde gekürzt, den Jugendlichen wurden anonymisierte Mentor(inn)en-Profile zur Auswahl gestellt, den Kooperationspartnern standen Listen der anzubietenden Berufe sowie eine ständig aktualisierte Übersicht der angemeldeten Mentees aus ihrer Einrichtung zur Verfügung. Um einen Teil des finanziellen Aufwands der beteiligten Bildungseinrichtungen auffangen zu können, wurde den Kooperationspartnern eine Aufwandsentschädigung pro angemeldetem Jugendlichen zur Verfügung gestellt. Um die Verbindlichkeit auf Seiten der Jugendlichen zu erhöhen wurden die eMail-Dialoge auf drei Monate befristet.
719 Jugendliche nutzten die Gelegenheit, Tipps und Anregungen aus der Berufspraxis ihres Wunschberufs zu erhalten. 379 berufstätige Frauen und Männer standen als ehrenamtliche eMail-Pat(inn)en zur Verfügung. Die Vermittlungsquote der jugendlichen Teilnehmer(innen) lag kontinuierlich bei über 90%. Berufstätige aller Berufsbranchen wurden gezielt in Unternehmen und Verbänden angeworben. Schwerpunktmäßig erfolgte dies in Nordrhein-Westfalen, um den Paaren auch die Möglichkeit offen zu halten, sich „real“ treffen zu können. An 55 Standorten (als Link hinterlegen) in ganz NRW boten kooperierende Bildungseinrichtungen eine kostenlose Teilnahme am Projekt. Detaillierte Informationen zu den demografischen Teilnehmer(innen)daten sowie zu den Ergebnissen der Befragungen finden sich in der kontinuierlich erstellten Begleitforschung (als Link hinterlegen).
Kontinuierlich versorgte das Projektbüro alle Beteiligten mit News aus dem Projekt. Regelmäßig berichtete auch die Presse über das Projekt. Artikel in Zeitungen, in Online-Portalen sowie im Radio sorgten dafür, dass das Projekt immer bekannter wurde und die Teilnehmer(innen)schaft stetig wuchs. Highlights im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit waren unter anderem Artikel in der Süddeutschen Zeitung sowie im Wall Street Journal Europe. Alle erschienen Presseartikel finden Sie hier (als Link hinterlegen). EinsLive und der WDR schalteten mehrere Radioberichte (Link zu den Radioberichten), in denen auch Mentees und Mentor(inn)en zu Wort kamen.
Das Projekt wurde mehrfach als Good Practice Projekt ausgezeichnet und in renommierten Datenbanken der Bildungslandschaft wie bspw. in die des Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) sowie die des Deutschen Jugendinstituts (DJI) aufgenommen. Das Landesarbeitsamt empfahl Institutionen der Berufsbildung die Teilnahme und Unterstützung des Projektes mithilfe eines Letter of Intent.
Um das Projekt der Fachöffentlichkeit zu präsentieren wurde TeleMentoring regelmäßig auf Messen und Veranstaltungen wie bspw. der CeBit, der Bildungsmesse sowie des Medienforum NRW vorgestellt. Eine beteiligte Mentorin nutzte unter anderem ihre im TeleMentoring gesammelten Erfahrungen und integrierte diese mithilfe eines Praxisbericht zum Projekt in ein Buch zum Thema Mentoring.
Das Repertoire an Werbe- und Informationsmaterialien wurde stetig erweitert, um insbesondere für die jugendliche Zielgruppe Anregungen und Informationen zu bieten. Für die Mentees wurden neben einem Flyer ein Poster, Postkarten, Mousepads, T-Shirts und Taschenschirme produziert. Mentor(inn)en erhielten eine ausführliche Informationsbroschüre sowie eine Mappe für die Korrespondenz mit dem eMail- Schützling. Die kooperierenden Einrichtungen nutzten das Projektvideo zur Anwerbung der Jugendlichen.
Neben dem Offline-Material gab es eine NRW-Projekt-Website als Informations- und Austausch-Plattform. Diese wurde über den gesamten Projektverlauf aktualisiert und gepflegt. Projektnews, Referenzprojekte sowie interessante Links rund um das Thema Berufsorientierung und vieles mehr boten den Projektbeteiligten sowie interessierten Externen zahlreiche Informationen.
Im März 2004 bekam das Projekt TeleMentoring Zuwachs. In Bünde etablierte sich mit Unterstützung der ecmc GmbH die erste eigenständige TeleMentoring-Region. Der Bündener Partner (als Link hinterlegen) sammelte zuvor zahlreiche Projekterfahrungen als kooperierende Einrichtung. Neben gemeinsamen Meetings und telefonischer Beratung, erhielt die Region einen ausführlichen Leitfaden zum Projekt sowie eine CD-ROM, welche es ermöglichte unkompliziert einen eigenen Auftritt zu installieren.
Die positiven Erfahrungen in der Umsetzung des TeleMentoring-Projektes lassen hoffen, dass das Instrument TeleMentoring künftig von weiteren Institutionen aufgegriffen wird. Aktuell wird die Möglichkeit zur Veröffentlichung des Leitfadens und der CD-ROM geprüft. Eine Kurzversion des Leitfadens könne Sie in der Rubrik Handbuch TeleMentoring einsehen.
Weitere Informationen können Sie dem Online-Leitfaden entnehmen.